Forschung

Patientenbefragung bis 2010

Im Rahmen unserer Befragung von Patienten ausschliesslich aus dem Akutspital konnte bis Ende 2010 eine N-Zahl von 966 erreicht werden. Alle befragten Patienten wurden am Spital Affoltern, einem öffentlichen Spital des Kantons Zürich mit einem Einzugsgebiet von knapp 50'000 Einwohnern, behandelt. Für alle Patienten bestand und besteht weiterhin sowohl eine freie Arztwahl als auch eine freie Spitalwahl. Wie die demographischen Angaben zeigen, sind dennoch alle Altersgruppen, weiteste Berufsfelder sowie Männer und Frauen in der Untersuchung berücksichtigt. Die Fragebögen wurden an alle Patienten beim Spitalaustritt abgegeben, sofern sie über 60 Minuten Therapiezeit hatten. Des Weiteren mussten sie sprachlich fähig sein, die Fragen zu verstehen. In Sondersituationen wie bei sterbenden Menschen oder teilweise dementen Patienten wurde kein Fragebogen abgegeben. Nach zwei Jahren erhielten alle Patienten den gleichen Fragebogen erneut, um die Nachhaltigkeit der Bewertung und des Nutzens zu evaluieren.

Neben der offensichtlichen Akzeptanz des Modells Affoltern zeigen sich sechs wichtige Haupttendenzen:

  1. Die Copingfähigkeit der meisten Patienten und damit ihre Autonomie nehmen in der Selbstbewertung zu.
  2. Das Kostenbewusstsein der Patienten wird in einem solchen Konzept gesteigert oder anders formuliert: die Anspruchshaltung der Befragten geht zurück.
  3. Der Effekt bleibt über zwei Jahre unverändert bestehen, was einer hohen Nachhaltigkeit entspricht.
  4. Die Tabuisierung von seelischem Kranksein beziehungsweise Mit-Kranksein nimmt deutlich ab.
  5. Integrale, interdisziplinäre Angebotsstrukturen werden von den Patienten stark favorisiert.
  6. Die Lebensqualität und Krankheitsbewältigung nehmen in der Selbsteinschätzung deutlich zu.